Viele ewige Kalender wechseln ihre Anzeigen um Mitternacht nicht exakt gleichzeitig, sondern innerhalb mehrerer Minuten. Die neue Patek Philippe 5978P-010 macht aus diesem Übergang das zentrale Ereignis: Wochentag, Datum und Monat springen gemeinsam, während zusätzlich ein Handaufzugschronograph arbeitet.

Die Referenz wurde zur Eröffnung der Watch Art Grand Exhibition in Mailand am 2. Oktober 2026 vorgestellt. Sie ist auf 120 Stück limitiert. Für Sammler ist jedoch das neue Kaliber CH 29-535 PS QI wichtiger als die Auflage: Mehrere Anzeigen benötigen im selben Augenblick Energie, ohne den Gang zu destabilisieren.

Der augenblickliche Wechsel kostet Energie

Zifferblattdetail der Patek Philippe 5978P-010 mit italienischen Kalenderanzeigen
Das strukturierte blaue Zifferblatt trennt sieben Kalender- und Zeitmessanzeigen in gerahmte Fenster und zwei Zähler.

Ein ewiger Kalender berücksichtigt Monatslängen und Schaltjahre. Der synchrone Sprung stellt eine zusätzliche Aufgabe: Energie muss gesammelt, schnell freigegeben und kontrolliert werden. Patek spricht von Energiemanagement-Mechanismen, die alle Anzeigen präzise synchronisieren.

„Augenblicklich“ ist damit keine bloße Animation. Es verändert, wie das Werk Kraft speichert und abgibt. Die Gangreserve von 55 bis 65 Stunden gilt ausdrücklich bei ausgeschaltetem Chronographen – ein relevanter Hinweis bei zwei energieintensiven Systemen.

Das Fundament bleibt ein Chronograph

Vorderseite des Patek Philippe Kalibers CH 29-535 PS QI
Das neue CH 29-535 PS QI umfasst 500 Teile und synchronisiert Chronograph und augenblicklichen Kalendersprung.

Der zentrale Zeiger misst Sekunden. Der Zähler bei 3 Uhr verbindet 60 Minuten und 12 Stunden, jener bei 9 Uhr kleine Sekunde und Mondphase. Gerahmte Fenster in der oberen Zifferblatthälfte zeigen den Kalender mit italienischen Abkürzungen.

Das 32 mm große und 8,1 mm hohe Kaliber besitzt 500 Teile, 42 Steine und arbeitet mit 4 Hz. Diese Zahlen beweisen allein keine Qualität; sie verdeutlichen die Aufgabe, Chronograph, augenblicklichen 30-Minuten-Zähler und augenblicklichen ewigen Kalender in einem Handaufzugswerk zu koordinieren.

Referenz
5978P-010
Kaliber
CH 29-535 PS QI, Handaufzug
Gehäuse
42 mm × 14,24 mm, Platin
Gangreserve
55–65 Stunden ohne Chronograph
Wasserdichtheit
30 m
Auflage
120 Stück

Die Größe gehört zum Konzept

Seitenansicht des Platingehäuses und der Chronographendrücker
Mit 42 mm Durchmesser und 14,24 mm Höhe verbirgt das Platingehäuse seinen technischen Anspruch nicht.

42 mm und 14,24 mm entfernen die 5978P von der Zurückhaltung klassischer ewiger Kalender. Verbundarmband, Leuchtzeiger, rote Chronographenakzente und das strukturierte blaue Blatt unterstreichen den technischen Auftritt.

Das ist zugleich der Besitzkompromiss: Platin bringt Gewicht, 30 Meter Wasserdichtheit begrenzen sorglosen Einsatz, und die Passform lässt sich nur am Handgelenk beurteilen. Da Horomag die Uhr nicht getragen hat, bleiben Komfort, Drückergefühl und Alltagablesbarkeit offen.

Technische Premiere statt bloßer Limitierung

Rückseite des Patek Philippe Kalibers CH 29-535 PS QI
Die Rückseite zeigt die Dichte hinter Anzeigen, die gleichzeitig statt nacheinander wechseln sollen.

Mailand-Schriftzug, italienischer Kalender und Limitierung machen die Uhr zum Erinnerungsstück. Bedeutender ist Pateks Aussage, erstmals einen Handaufzugschronographen mit einem augenblicklichen ewigen Kalender zu kombinieren. Das ist die materielle Neuerung hinter dem Anlass.

Der Sammlertest lautet daher: Stiftet der synchrone Kalenderwechsel genug mechanischen Sinn für eine größere, schwerere und komplexere Uhr? Bei der 5978P liegt die Antwort in einem einzigen Mitternachtsmoment – und in der Architektur, die ihn mühelos erscheinen lässt.