Fünfzehn Jahre nach dem Debüt der Legacy Machine N°1 kehrt ihre Architektur als LM1 EVO zurück. Zwei völlig unabhängige Zeitanzeigen und die schwebende 14-mm-Unruh bleiben erhalten. Neu sind ein 42-mm-Gehäuse, 80 Meter Wasserdichtheit, verschraubte Kronen, FlexRing-Stoßschutz und schnell wechselbare Kautschukbänder. Das ist keine Jubiläumskopie, sondern der Versuch, die Maschine regelmäßiger tragbar zu machen.

Warum Sammler hinschauen sollten

Die ursprüngliche LM1 bewies, dass klassische Runduhren-Codes radikal wirken können. EVO stellt die schwierigere Frage, ob Alltagstechnik das Objekt verbessert, ohne seine Spannung zu glätten. Entscheidend ist nicht das sportliche Band, sondern ob die Änderungen tatsächlich mehr Situationen und mehr Tragezeit ermöglichen.

MB&F Legacy Machine N°1 EVO in Titan und Roségold
Roségold setzt die sportliche Schutztechnik der EVO-Plattform bewusst luxuriös in Szene.

Zwei Zeiten ohne Ganzstunden-Zwang

Beide Hilfszifferblätter lassen sich in Stunden und Minuten unabhängig einstellen. Dadurch können auch Zeitzonen mit 30- oder 45-Minuten-Abweichung dargestellt werden. Eine Anzeige kann zudem als einfache Zeitmessung dienen, während die andere die Ortszeit bewahrt. Der praktische Wert liegt darin, die übliche GMT-Abkürzung nicht zu akzeptieren.

MB&F Legacy Machine N°1 EVO in Titan und Roségold
Die Titan-Aufnahme am Handgelenk zeigt die Geometrie von 42 × 52 mm am ehrlichsten.

Kleiner, aber nicht klein

Mit 42 mm Durchmesser, 16,8 mm Höhe und 52 mm Länge bleibt die LM1 EVO ein großes dreidimensionales Objekt. Die Reduktion verbessert Proportion und Zugänglichkeit, macht die Uhr aber nicht diskret. Titan dürfte das Gewicht mindern; Roségold erhält bewusst körperliche und optische Präsenz. Die Passform muss am Handgelenk geprüft werden.

MB&F Legacy Machine N°1 EVO in Titan und Roségold
Beide Frontansichten zeigen, wie das Gehäusematerial dieselbe Dualzeit-Architektur verändert.
MB&F Legacy Machine N°1 EVO in Titan und Roségold
Beide Frontansichten zeigen, wie das Gehäusematerial dieselbe Dualzeit-Architektur verändert.

Mehr Reserve, weniger Skulptur

Der senkrechte Gangreserve-Turm weicht einer geneigten Anzeige bei sechs Uhr; dafür steigt die Reserve von 45 auf 60 Stunden. Das Handaufzugskaliber arbeitet mit Straumann-Doppelfeder bei 2,5 Hz und behält die mit Kari Voutilainen definierte Finissierung. Die neue Anzeige ist weniger theatralisch, doch die zusätzliche Laufzeit ist im Besitzalltag leichter zu nutzen.

MB&F Legacy Machine N°1 EVO in Titan und Roségold
Das Werk verbindet klassische Handfinissierung mit einem modernen Praxisauftrag.

Titan oder Roségold?

Titan Grad 5 kommt mit rhodiniertem Werkplateau und ohne genannte Limitierung. Die 5N+-Roségoldversion kombiniert Grün mit einer Auflage von 33 Stück. Titan unterstützt die leichte, aktive EVO-Idee; Roségold betont den Kontrast zwischen Schutztechnik und klassischem Edelmetall. Die Wahl ist daher eine Frage des gewünschten Tragegefühls, nicht nur der Farbe.

Der Besitztest

Die praktischen Änderungen zählen nur, wenn sie zu mehr Tragezeit führen. Prüfen sollte man den 52-mm-Sitz, den Komfort beider Kronen, den tatsächlichen Nutzen der unabhängigen Anzeigen und das Schnellwechselsystem. Besteht die Uhr diesen Test, ist sie keine weichgespülte LM1, sondern eine Neuauflage für Besitzer, die mit dem Spektakel leben wollen.